Die Siedler – Teil 5 – Ein sonniger Tag

Ein heißer Sommertag brach an. Larissa, Emma und Stephan schnappten sich eine Decke, einen Korb voller kleiner Leckerrein und ihre Badesachen und gingen zum kleinen See hinunter. Larissa war als erstes im Wasser, da hatte Emma noch nicht mal die Decke ausgebreitet. Stephan nahm sich ein paar Steine und ließ sie über das Wasser springen während Emma die Decke ausbreitete und das Essen aus dem Korb holte.

Entspannt setzte sie sich auf die Decke und sah den beiden beim Rumtollen zu.  „Emma, komm auch ins Wasser!“ rief Larissa und winkte sie zu sich. Emma schüttelte verneinend den Kopf. „Warum nicht? Es ist so erfrischend!“, rief Larissa planschend.

„Ja, warum nicht Emma?“ Stephan stand auf einmal neben ihr und schaute mit einem gefährlichen glitzern in den Augen auf sie hinunter. „Weil ich nicht so gern Schwimmen mag.“ Erklärte sie und hangelte nach einem Apfel.

„AHHHH, was soll das? LASS mich RUNTER!“, brüllte sie Stephan an. „Ach Emmalein.“ Sagte er neckend. „Du schwitzt wie ein Schwein.“ Wütend kniff sie ihre Augen zusammen und biss sich auf die Lippe. „Das tu ich nicht!“ Sagte sie mit Nachdruck.

„Und ob du das tust. Es wird Zeit für eine Abkühlung!“ Lachend warf er sich Emma über die Schultern und wie wild strampelte sie mit ihren Beinen und klopfte wie besessen auf seinen Rücken.  „Lass mich runter, Stephan!“ Sagte sie wütend. „Ja, gleich“ Sagte er mit Begeisterung.

Geschlagen stöhnte Emma auf und bereitete sich auf das Unausweichliche vor, aber anstatt sie ins Wasser zu schmeißen ließ Stephan sie vor dem Wasser runter. Verdattert sah sie in sein breit grinsendes Gesicht. „Und ab mit dir!“ Trotzig verschränkte sie ihre Arme und murmelte. „Ich will aber nicht.“

„Wenn du nicht freiwillig gehst, kann ich dir auch gerne helfen.“ Er machte ein paar Schritte auf sie zu. „Nein schon gut.“ Sagte sie hastig. „Ich geh ja schon.“ Langsam ging sie auf das Wasser zu. „Nicht so schüchtern Emma. Das Wasser beißt dich nicht!“ Sagte er gähnend.

„So, ich bin drin. Zufrieden?“ nuschelte sie. „Ja, wenn du noch etwas weiter schwimmst. Zum Beispiel zu Larissa.“

Ohne viel Begeisterung setzte sie zum Schwimmen an und machte ein paar Züge, als auch Stephan ins Wasser kam. „Los, wer als erstes bei Larissa ist!“

Schnell hatte Stephan sie überholt und spritzte sie beim Vorbeischwimmen voll. „Danke.“ Sagte sie verärgert und Stephan lachte nur. „Na komm schon, Emma.“ Sagte er und warf ihr ein verschmitztes Lächeln zu. Emma wurde sofort puterrot und ein Kribbeln machte sich in ihrem Magen breit.

„Los Emma, lass uns eine Wasserschlacht machen.“ Rief Larissa begeistert und spritzte sogleich los. Lachend überschüttete sie Emma mit Wasser und Emma versuchte zu entkommen. „Hiergeblieben.“ Mischte sich nun auch Stephan lachend ein und spritzte sie mit Wasser voll. „Hört auf!“ Rief sie hustend.

Hustend und schniefen kullerten ihr die Tränen. „Emma?“, beunruhigt hörte Stephan mit dem Herumtollen auf und rief Larissa zurecht. „Emma?“, fragte nun auch Larissa. „Warum weinst du?“

„Lasst mich doch einfach in Ruhe!“, murmelte sie und schwamm zurück. Am Land schnappte sie sich ihre Sachen und lief weinend zurück nach Hause. Bestürzt sahen sich die beiden zurückgebliebenen an. „Was hat Emma nur?“, fragte Larissa Stephan den Tränen nahe. „Ich bin mir nicht sicher.“ Flüsterte Stephan unsicher und fuhr sich durch seine nassen Haare.

Gegen Abend saß Stephan gedankenverloren auf der Treppe und dachte über Emmas Benehmen nach. Ihn beunruhigte Emmas momentanes Verhalten. Sie war viel stiller als sonst, besonders in seiner Gegenwart.

„Stephan?“, erklang Emmas sanfte Stimme. Aufgeschreckt blickte er auf. „Emma.“ Sie sah so traurig aus. Ihre Augen waren rot und geschwollen vom Weinen.

„Ich muss es einfach wissen!“ Unruhig sah sie ihn an. „Was musst du wissen?“. Die Stimmung veränderte sich und sein Herz pochte wie verrückt in seiner Brust.  Forschend blickte sie in seine Augen und angespannt hielt er den Atem an.

Emmas Hände zitterten. „Willst du mich überhaupt heiraten?“ Sie ballte ihre Hände zu Fäusten als die Tränen wiederkamen. „Ähm.“ Stephan war wie vor den Kopf gestoßen. Damit hatte nun nicht gerechnet. „Ich …“ Er wusste nicht was er darauf sagen sollte. Sein Kopf war wie leergefegt.

Sie stieß einen kläglichen Laut aus und drehte sich rasch um. Es tat so weh. Warum tat es nur so verdammt weh? Die Tränen kamen immer schneller und ließen sich nicht aufhalten. „Was mache ich hier nur?“, flüsterte sie und rannte los. „EMMA“, brüllte Stephan ihr hinter her. Sie hörte schnelle Schritte hinter sich. „Warte doch mal.“

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