Die Siedler – Teil 4 – Ungewissheit

Benjamin war gerade dabei dem Kamin den letzten Schliff zu geben, als seine Frau Constance auftauchte und ihm was zu Essen brachte. „Du brauchst eine Pause, mein Lieber.“ Sagte sie und drückte ihm eine Schüssel Eintopf in die Hand. „Danke, Liebste.“ Sagte er mit einem Lächeln und aß hungrig den Eintopf auf.

„Ich muss dir etwas erzählen.“ Sagte Constance mit einem glücklichen Lächeln. Eine zarte Röte zeigte sich auf ihre runden Wangen. „Ich habe frohe Neuigkeiten.“ Erwartungsvoll blickte Benjamin seine Frau an. „Emma hat der Heirat zugestimmt?“ Constance schüttelte den Kopf. „Nein, nicht das.“ Sanft legte Constance ihre rechte Hand auf den Bauch.  Benjamin starrte auf die Hand seiner Frau, mit der sie sich sanft über den Bauch streichelte. Seine Augen wurden groß. „Du bist schwanger?“. rief er aufgeregt. Energisch nickte sie und ein breites Grinsen stahl sich auf sein Gesicht.

Glücklich nahm er seine Frau in die Arme und lachte begeistert.

Frank kniete sich nieder und begutachtete ein älteres Schaf. „Na mein altes Mädchen, wie geht es dir heute?“ Schon seit längerem schwächelte die besagte Dame und Frank war sich gewiss, dass sie wohl nicht mehr lange machte. Vielleicht würde es Zeit, sie zu schlachten.

Besorgt sahen Larissa und ihre Grandma dabei zu, wie ihr Grandpa sich um das kranke Schaf kümmerte. Ein Schaf zu schlachten bedeutete frisches Fleisch, aber auch weniger Wolle und es waren noch keine neuen Lämmer in Sicht.

Mittlerweile war es Mittag und Stephan knurrte kräftig der Magen. Mit dem Handrücken wischte er sich über sein verschwitztes Gesicht und setzte sich auf die vor ihm stehende Werkbank. Erschöpft lehnte er sich zurück und schloss kurz seine Augen als er näherkommende Schritte hörte. Stephan öffnete seine Lider und sah Emma schüchtern vor ihm stehen.

„Ich dachte … du hättest vielleicht Hunger?“, fragte sie schüchtern und sah schnell zu Boden.

Stephan beugte sich nach vorne und besah sich neugierig Emma. Sie war ihm ein vollkommenes Rätsel. Immer so still und schüchtern.

Dankend nahm er ihr den Teller und den Krug ab und stellte es neben sich. Hungrig nahm er sich den Käse und wollte gerade herzhaft hineinbeißen als Emma leise zu sprechen anfing.

Leise nuschelte sie vor sich hin und Stephan verstand rein gar nichts. „Emma, du musst schon etwas lauter sprechen sonst wird das hier sehr einseitig für dich.“ Emma lief puterrot an und spielte verlegen mit ihren Händen.

Sie nahm all ihren Mut zusammen. „Ich … ich wollt dich etwas fragen.“ Brachte sie stotternd hervor. Kurz schaute sie zu Stephan auf. Ihre Blicke trafen sich und schnell sah sie wieder weg. „Ich höre.“ Sagte er neugierig und winkelte sein Bein an. Lässig stützte er seinen Kopf mit der linken Hand.

Jetzt oder nie Emma! Sie schloss ihre Augen und atmete einmal tief ein. Sie stellte sich gerade hin und öffnete ihre Augen wieder. „Wie stehst du zu dem Thema Hochzeit?“ Fest sah sie Stephan in die Augen und errötete wieder unter seinem forschen Blick. Bevor der Mut sie wieder verließ brachte sie noch schnell, „Mit mir“ heraus.

Ein nichts sagendes „Mhhhmmm“ verließ seinen Mund und Emma wurde zunehmend unruhiger. Lange Zeit sahen sie sich schweigend an, als ihre Mutter nach ihr rief. „Emma? Wo bist du nur Kind?“ Enttäuscht machte Emma kehrt.

Larissa war mal wieder bei ihren Hühnern. Da Gerda mit dem Ausbrüten beschäftigt war, spielte sie heute mit dem weißen Hahn. Es wurde Zeit das sie endlich andere Kinder zum Spielen bekommt, dachte sie sich.

Constance brachte ihrem Jüngsten Sohn das Sprechen bei.

Und die beiden alten Rainwoods diskutierten lautstark miteinander. „Emma ist trotzdem noch viel zu jung!“

„Ach Frank. Das ist doch Quatsch. Du musst deine Tochter endlich loslassen.“ Sprach Cordelia sanft auf ihren Ehemann ein.

„Aber Emma ist doch mein kleines Mädchen.“ Sagte er traurig. „Auch kleine Mädchen werden mal erwachsen mein Liebster.“

„Aber mit 17? Sie hat doch noch genug Zeit, um erwachsen zu werden.“ Beschwerte sich Frank bei seiner Frau. „Sie wird Stephan ja auch nicht gleich morgen heiraten.“ So langsam wurde ihr das Gespräch überdrüssig und ärgerlich sah sie in den dunklen Wald hinein.

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