Die Siedler – Teil 3 – Heiratsangelegenheiten

Früh am Morgen standen die Männer der Truppe vor den Frauen auf. Sie entfachten das Feuer und Benjamin kümmerte sich um die Tiere während Stephan und Frank gemeinsam das Frühstück vorbereiten.

Für die Frauen war dies eine freudige Überraschung. Wie lange war es schon her das Cordelia sich an einem fertig gemachten Frühstückstisch setzen konnte? Liebevoll sah sie lächelnd zu ihrem Ehemann hinüber.

Auch Constance freute sich über diese Aufmerksamkeit, aber um den kleinsten der Familie musste sie sich selbst kümmern. „Hier mein Schatz, lass es dir schmecken.“ Zärtlich strich sie ihrem Jüngsten über die kleinen dicken Wangen.

Als Constance mit Brian zurück ans Feuer trat, herrschte emsiges Geschnatter. Die Männer sprachen über den Bau des Hauses und was noch alles getan werden musste. Und Cordelia, ja, die sprach eifrig auf ihre Tochter ein. „Er wäre die beste Wahl, mein Kind.“ Sagte sie und Emma schaute verlegen zu Boden.

„Wer wäre die beste Wahl mein Schatz?“, fragte Frank seine Frau. „Na Stephan.“ Sagte sie und sofort hörte das Geschnatter auf und alle sahen zu Cordelia.

„Mhm?“, machte Frank und biss in seinen Apfel. „Meinst du nicht das Emma dafür noch ein bisschen zu jung ist?“ Abfällig schnaufte Cordelia auf. „Ach, papperlapapp. Sie ist 17, alt genug, um zu Heiraten und Kinder zu bekommen. Ich war damals viel jünger, falls du Esel dich noch daran erinnern kannst.“

Emma konnte dieses ganze Gerede nicht mehr hören und stand mit einem Ruck auf und eilte davon. Klar, sie wäre so gerne Stephans Frau und allein bei diesem Gedanken wurden ihre Wangen ganz rot, aber wollte Stephan sie denn auch? Er hatte sie nie anders behandelt, als wenn sie seine Schwester wäre. Er war immer nett und zuvorkommend und manchmal ärgerte er sie auch und spielte ihr Streiche. Sie konnte sich das einfach nicht vorstellen.

„Was hat Emma denn?“, fragte Larissa verwundert. Stephan schaute sie nur verlegen an.

„Weist du Larissa, wenn man in Emmas Alter ist, macht ein vieles verlegen, besonders wenn es um das Thema Liebe und Ehe geht.“ Verständnislos sah Larissa zu ihrer Mutter hin. „Aber dann hätte Emma doch ganz viele Babys. Mag sie keine Babys?“ Constance versuchte sich ihr Lachen zu verkneifen, denn ihr Bruder war schon hochrot geworden und wusste wohl nicht mehr wo er hinschauen sollte, denn er stand auf und schnappte sich die Axt.

Larissa schaute verwundert ihrem Onkel hinter her.

Stephan fällte einen Baum nach dem anderen. Ihm war das ganze genauso unangenehm wie Emma. Er verstand auch nicht, warum dieses Thema wieder hervorgeholt wurde. Er hatte gedacht das hätten Frank und Constance schon letztes Jahr geklärt. Für ihn war klar was er wollte und er dachte die beiden hätten es verstanden.

Emma und Cordelia wuschen die Wäsche, während Constance sie aufhängte. „Emma, sei so gut und hol noch mal einen Eimer frisches Wasser vom Brunnen.“ Sagte Cordelia zu ihrer Tochter.

Emma schnappte sich den leeren Eimer und ging langsam zum Brunnen. Ihr Bruder hatte den Brunnen schnell fertiggestellt und sie hatten endlich genug frisches Wasser zur Verfügung. Die Männer werkelten am Haus herum und man hörte sie laut hämmern. Benjamin sah wie seine Schwester mit hängenden Schultern zum Brunnen ging und eilte zu ihr. „Brauchst du Hilfe?“, fragte er sie. „Danke, das ist lieb von dir.“ Sie reichte ihm den leeren Eimer und flink machte Benjamin ihn voll.

„Weist du Emma.“ Fing er vorsichtig an, „Ma hat mir ihrer Aussage schon Recht. Stephan wäre eine sehr gute Wahl für dich. Er ist ein guter Kerl, stark und geschickt. Du hättest es gut bei ihm, aber Ma kann dich nicht zwingen! Egal was wir alle denken und sagen, es ist noch immer deine Entscheidung.“

„Und was ist mit Stephan? Hat er denn gar nichts dazu zu sagen? Wird er denn gar nicht gefragt?“ Entgegnete sie ihm. „Er wird schon das Richtige machen, er ist nicht dumm.“ Sagte Benjamin und hielt Emma den vollen Eimer hin. Ohne was zu sagen, nahm sie den Eimer und drehte sich um.

Larissa war wieder bei ihren Hühnern. Gerda, ihre Lieblingshenne saß ruhig auf ihre Eier. Larissa hoffte das die Küken schon bald schlüpfen würde.

Brian spielte mit ein paar Steinen, die ihm seine Schwester Larissa gegeben hatte.

„Danke Emma, hier schütt das Wasser gleich hier hinein.“ Emma tat was ihre Mutter sagte. „Hast du schon darüber nachgedacht?“ Fragte sie ihre Tochter.

 „Ja, aber ich finde man sollte erstmal Stephan fragen. Vielleicht will er mich gar nicht.“ Sagte sie traurig.

„Dann frag ihn doch einfach, Emma.“ Kam es von Constance.

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