Die Siedler – Teil 2 – Ein arbeitsreicher Tag

Die ersten Vögel fingen zu singen an und Brian erwachte als Erster. Noch etwas müde streckte er seine kleinen Ärmchen aus und rief nach seiner Mama. Doch Constance schlief noch tief und fest in ihrem Zelt.

Dafür wachte Larissa auf und strich sich müde über die Augen. „Was ist das für ein Krach?“, fragte sie laut. Sie hörte lautes Gebrabbel aus dem Nachbarszelt, das Zelt indem Brian war. Sie stand schimpfend auf und ging nachsehen was da zum Kuckuck los war. Je dichter sie kam, desto lauter wurde sein kindliches Gebrabbel. Als sie in das Zelt von ihm linste sah sie wie Brian seine Puppe fest in seinen Ärmchen hatte und es drückte. Er brabbelte etwas und gab seiner Puppe einen dicken Schmatzer.

„Emma, Emma, steh auf. Ich hab Hunger!“, quengelte Larissa. Larissa war in ihr Zelt zurückgekehrt um ihre Tante, die mit ihr das Zelt teilte, zu wecken. „Dann mach dir was.“ Murmelte Emma noch ganz schlaftrunken und drehte sich um. „Aber ich bekomm das Feuer nicht an.“ Sagte Larissa betrübt und Emma schnaufte. Sie schob die Decke beiseite und lehnte sich auf. Sie gähnte laut und lang, was nicht gerade einer Dame entsprach und wenn das ihre Mutter gesehen hätte. Oh je.

Emma stand auf und Larissa folgte ihr. Auf dem Weg zum Lagerfeuer sah Emma das Brian schon wach war und schickte Larissa zu den Schafen. Sie sollte etwas Milch stibitzen. Emma entfachte das Feuer und hantierte kurz herum und schon war das Essen bereit gegrillt zu werden. Larissa kam auch schon mit der Milch angelaufen.

Brian war gefüttert und gewindelt und die Erwachsenen schliefen noch. Larissa quasselte etwas über ihre Hühner, besonders über die schwangere Gerda. „Ich bin ja so aufgeregt. Wann es wohl soweit ist?“, fragend schaute sie Emma an, die nur ratlos mit den Schultern zuckte. „Ich hoffe jedenfalls dass sie viele Küken bekommt.“

Emma hörte Bewegung in den anderen Zelten. „Die anderen werden gleich aufstehen.“ Sagte sie und stand auf. „Ich werde mir etwas die Beine vertreten und mich etwas umschauen. Sag Großma das ich bis zum Mittag wieder zurück bin.“ Larissa nickte und Emma wandte sich vom Lager ab und ging in den Wald hinein.

Sie lief schon eine ganze Weile, als der Wald sich etwas lichtete. Die Ruhe im Wald, fernab vom Lager war einfach herrlich. Viele Menschen bedeuten auch viel Krach und manchmal konnte das einem schon auf die Nerven gehen.

Emma erreichte das Ende des Waldes und kam an einer kleinen Wiese an. Vereinzelt sah man ein paar Blumen und etwas weiter weg konnte sie einen See ausmachen. Da drin zu schwimmen wäre bestimmt traumhaft.

Die Übrigen waren jetzt alle aus ihren Zelten gekrochen und aßen Frühstück. Frank schaute sich im Lager um und suchte seine Tochter. „Hat jemand Emma gesehen?“, fragte er die anderen. „Emma“, rief Larissa und rannte auf ihren Grandpa zu „Sie ist sich etwas umschauen. Zur Mittagszeit will sie wieder zurück sein.“

Emma hatte eine Ansammlung von verschiedenen Wildfrüchten gefunden. „Da werden sich die anderen aber freuen.“ Sie sammelte in ihre Schürze so viel sie tragen konnte.

Auch ein großer Apfelbaum stand mittendrin und Emma pflückte sich einen prall roten. Herzhaft biss sie hinein, bevor sie mit ihrer Beute zurück zum Lager ging.

Frank spielte mit seinem jüngsten Enkelkind. Er liebte es wie er lachte und gluckste, wenn er ihn kitzelte. Insgeheim hoffte er auf noch mehr Enkelkinder.

Benjamin nahm sich die Schaufel und fing mit dem Loch für den zukünftigen Brunnen an. Er schaufelte schnell und kräftig und gegen frühen Abend brach die Erde auf und ein Schwall Wasser kam ihm entgegen.

Als es dämmerte und es sich endlich abgekühlt hatte, schnappte Frank sich Stephan und den Karren und gemeinsam fuhren sie zum verlassenen Steinbruch.

Es war schon fast dunkel als sie beim Steinbruch ankamen, aber das machte nichts. So viele Steine würden sie nicht für den Brunnen und den Kamin benötigen.

Stephan nahm, ohne lange zu reden die Spitzhake und arbeitete drauf los. Er wollte schnell fertig werden, denn der Tag war lang und anstrengend gewesen und er möchte so früh wie möglich in sein Zelt.

Seine Hände brannten wie Feuer und eine große Blase war aufgegangen. Aber alles nützte nichts, die Arbeit musste getan werden und so biss sich Stephan auf die Lippe und machte weiter.

Die beiden Männer arbeiteten hart und geschwind und bevor es tiefschwarze Nacht wurde, hatten sie den Karren voll beladen und machten sich auf den Weg zum Lager.

„Wo steckt sie nur?“, schimpfte Cordelia. „Vielleicht hat sie die Zeit vergessen. Sie taucht bestimmt gleich wieder auf.“ Versuchte Constance ihre Schwiegermutter zu beruhigen.

„Das sie in letzter Zeit auch ständig verschwindet. Was ist nur los mit ihr?“ Jammerte Cordelia.

Emma war noch mal durch den Wald gelaufen und stand nun im Dunkeln am See und betrachtete die Sterne, die sich in der Wasseroberfläche spiegelten. Verträumt hing sie ihren Gedanken nach und ahnte nichts vom bösen Donnerwetter was sie später erwarten würde.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: