2. Kapitel – Ein heißer Sommertag

Stephan saß noch lange am Feuer und dachte nach. Er erinnerte sich an den Streit mit seinen Eltern zurück. An die vielen bösen Worte die zwischen ihnen gefallen waren, an die Tränen die seine Mutter vergoss, als er ihnen den Rücken kehrte. Die Wut und Traurigkeit kam bei diesen Erinnerungen wieder hoch und er setzte sich auf. Er losch das Feuer und sah sich um. Es dämmerte bereits und die ersten Vögel begannen ihren Singsang. Leise gesellte er sich zu den Anderen und rollte seinen Schlafsack aus.

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Stephan war gerade tief und fest eingeschlafen da hörte man schon das erste Rascheln. Ein herzhaftes Gähnen folgte und man sah wie der kleine John aus seinem Schlafsack kroch. Müde rieb er sich den Schlaf aus den Augen.

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Auch die kleine Gina wurde munter und weinte leise vor sich hin. John der nicht wollte das sie dadurch die Anderen weckte, stand auf und nahm sich der Kleinen an. Kurz darauf wachte Brian brüllend auf und weckte dadurch den Rest. Verwirrt sahen sich die Anderen um, was dieser Schrei zu bedeuten hatte. Brian hatte einen schrecklichen Albtraum gehabt und Constance versuchte ihren Mann zu beruhigen.

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Manche der Truppe hatten einfach den Kopf geschüttelt und sich wieder hingelegt, Andere sind gleich aufgestanden und waren zum Fluss runtergegangen um sich zu waschen. Constance hatte erfolgreich ihren Mann beruhigt und schnitzte jetzt in aller Ruhe eine Kürbislaterne. Es war einfach zu Dunkel abends und sie hatten nicht genug Tran für so etwas Banales übrig.

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Als Constance die Laterne fast fertig hatte, waren endlich alle wach und unterhielten sich angeregt. Die Männer schmiedeten schon Pläne für den ersten Bau eines Hauses.

„Dafür haben wir aber noch nicht genug Holz und geeigneter Stein fehlt uns auch noch!“ Warf Snape in die Runde. „Da hast du Recht, Snape.“ Stimmte ihn Frank zu. „Wir sollten nochmal zum Wald gehen und ein paar Bäume fällen.“

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Die Männer begaben sich wieder zum Wald, nur Stephan blieb bei den Frauen und schlief noch tief und fest. Cordelia schüttelte ob dies den Kopf. Die Jugend dachte sie sich nur.

„Ma, muss ich heute wieder zum Fluss runter? Dürfte ich vielleicht nicht doch mit zum Wald und den Männern helfen?“ Fragte Emma schüchtern ihre Mutter. Cordelia lachte amüsiert. „Wie möchtest du denn den Männern helfen? Willst du etwa eine Axt schwingen?“, fragte sie glucksend. „Nein, natürlich nicht! Aber ich könnte das Holz aufsammeln und vielleicht noch nach nützlichen Kräutern suchen.“

„Mach dich nicht lächerlich, mein Kind. Du gehst natürlich mit Larisse und John zum Fluss!“ Ihr Lachen war abgeklungen und streng sah sie ihre Tochter an. „Aber … .“ Warf Emma ein. „Nichts, aber. Was ist nur heute los mit dir?“ Sie besah sich ihre Tochter genauer an. Emmas Bäckchen färbten sich tiefrot unter dem forschen Blick ihrer Mutter. „Nichts.“ Sagte sie leise.

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Emma sah traurig zu Boden, als sie plötzlich ein lautes Krachen hörte. Verschreckt zuckte sie und ihre Mutter zusammen. „Jennifer“, rief Cordelia laut. „Was in drei Teufelsnamen, machst du da?“ Verärgert sah sie die andere Frau an. „Tut, tut mir leid.“ Stotterte Jennifer verschämt. „Ich bin über diesen Kürbis gestolpert.“

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Constance hatte das Krachen gehört und sah verwundert auf. Larisse ärgerte sich über Jennifers Tollpatschigkeit und vermutete insgeheim, dass das volle Absicht gewesen war.

„Was ist los Lari? Wollen wir nicht zum Fluss runter?“ Fragte John munter. „Doch.“ Sie sah verärgert zu Jennifer hinüber, die sich ihre verschmutzen Schuhe putzte. „Wer als erstes am Fluss ist.“ Rief John plötzlich und rannte los. Damit riss er Larisse von Jennifers Anblick los und sie stolperte drauf los.

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Vom Wald her hörte man lautes Krachen und Staubwolken taten sich auf. Die Männer waren wieder eifrig bei ihrer Arbeit zu Gange.

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Larisse hatte Johns Vorsprung nicht mehr aufgeholt und als sie endlich am Fluss eintraf, stand John schon am Ufer und wartete mit einem fetten Grinsen auf sie.

„Das war nicht fair“, warf sie ihm außer Atem vor. „Was ist schon fair.“ Erwiderte John nur darauf und packte seine Angel aus. Fragend warf sie ihm einen Blick zu, aber er ignorierte dies.

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Schweigend warfen sie ihre Rute aus und hofften das der Fang heute besser sein würde als gestern.

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Emma hatte noch rechtzeitig mitbekommen, wie die Beiden zum Fluss gerannt waren und lief den Beiden hinter her. Ihre Aufgabe war schließlich dafür zu sorgen, das die Beiden nicht alberten sondern ihre Arbeit taten und ihnen nichts geschah.

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Als sie am Ufer eintraf, sah sie zu ihrer Beruhigung, das Beide friedlich am Ufer standen und angelten. Sie gesellte sich mit ihrer Angel zu den Kindern.

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Einige Zeit später wurde es still im Wald und verwundert sah sich Snape im Dickicht um. Wo waren denn die Anderen, fragte er sich. „FRANK? BRIAN?“, rief er in den Wald hinein. Doch bekam er keine Antwort.

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Wahrscheinlich hatten die Beiden sich wegen der Hitze verdrückt. Dachte er sich. Snape machte die Hitze nichts aus. Weder war ihm heiß noch schwitzte er. Murrend, weil die Jungs ihn alleine gelassen hatten, sammelte er das restliche Holz auf und machte sich auf den Weg zurück.

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Die Kinder ließen gegen Mittag ihre Angeln fallen und stürmten schreiend und lachend auf das Wasser zu. Es war einfach viel zu heiß und so stürzten sie sich ins kalte Nass. „HEY“, brüllte Emma den Beiden noch zu, doch da war es schon zu spät. John und Larisse landeten mit einem großen lauten Platscher im Fluss und bespritzten sich gegenseitig.

Emma sah den Beiden schweigend zu. Sie konnte die Kinder verstehen. Ihr war selber unerträglich heiß und ihr Kleid machte die Hitze nicht erträglicher. Sie legte ihre Angel nieder und setzte sich in den kühlen Schatten unter einem Baum.

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Eine Stunde oder auch mehr verging, da scheuchte Emma die Kinder aus dem Wasser. „Raus jetzt! Ihr habt schon ganz blaue Lippen.“ Sagte sie streng. „Och nur noch ein bisschen, Emma.“ Flehten die Kinder, doch Emma blieb hart. Ihre Mutter würde sie heftig schallten, wenn die Beiden sich erkälten würden. Die Kinder kamen schmollend aus dem Wasser und legten sich in die Sonne. Sie mussten erst trocken werden, bevor sie sich auf den Rückweg machen konnten.

Als sie wieder Zuhause waren, bekam Emma einen scharfen Blick von der Mutter zugeworfen. „Habt ihr was gefangen?“ Emma schüttelte verneinend den Kopf und verzog sich so schnell sie konnte. Cordelia sah ihrer Tochter nachdenklich hinter her und erblickte dann ihre Enkelin. Scharf zog sie die Luft ein. „Larisse, bist du verrückt geworden?“ Verwundert blieb die Angesprochene stehen. „Nein, warum Oma?“

„Wo ist dein Kleid und warum hast du nur deine Unterkleider an?“ Fragte Cordelia aufgebracht. Larisse zuckte mit ihren zierlichen Schultern. „Es ist heiß und wir waren im Fluss schwimmen.“ Sagte sie gelassen. Sie verstand die Aufregung von der Oma nicht. „Aber, das geht doch nicht!“ Larisse sah die Oma zweifelnd an. „Doch, das geht. Man zieht einfach die Kleider aus und geht ins Wasser, Oma. Hast du das etwa noch nie gemacht?“ „Nein, natürlich nicht!“ entgegnete Cordelia entrüstet. „So etwas gehört sich nicht für eine Dame.“ Larisse sah die Oma zweifelnd an. „Hier sind doch gar keine Damen.“ Sagte sie und zuckte die Schultern. Sie ließ die Oma stehen und suchte Emma.

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Die Frauen hatten wegen der unerträglichen Hitze, sich einen Unterstand aus Ästen und alten Laken gebaut. Frank hatte es sich im Schatten eines Baumes gemütlich gemacht. Er hatte die Unterhaltung von seiner Frau und seiner Enkelin mit angehört und musste schmunzeln. Larisse war ein kleiner Wildfang und Constance und Cordelia werden es später noch sehr schwer mit ihr haben.

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Larisse hatte Emma schnell gefunden und schnappte sich einen Eimer mit Wasser. Sie schlich sich von Hinten an Emma heran und bespritze sie mit Wasser. „IHHH“ quietschte Emma. Larisse lachte vergnügt auf und lief weg. „Na warte.“ Rief Emma bedrohlich und lief ihrer frechen Nichte hinter her.

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Schnell hatte Emma sie eingeholt und wild rangelten die Beiden miteinander. „Du kleiner Frechdachs!“ Schimpfte Emma, doch Larisse lachte nur. Emma griff sich den Eimer und schüttete den restlichen Inhalt, über, die daraufhin verwunderte Larisse. Erschrocken quiekte sie auf und es entbrannte eine Wasserschlacht. Snape, der dieses kleine Spektakel vergnügt mit angesehen hatte, gesellte sich dazu.

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„Hey, Zwei gegen Ein ist unfair.“ Rief Larisse und versuchte auszuweichen.

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Stephan der heute sehr spät aufgestanden war und den restlichen Tag im Schatten gedöst hatte, war dies alles viel zu laut. Er ging an der lauten Truppe vorbei. „Stephan, mach mit!“, rief Emma. Doch Stephan schüttelte verneinend seinen Kopf und ging weiter. Er wollte den Lärm und Trubel entfliehen und sich ein wenig die Gegend anschauen.

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Schnell ließ er die Gruppe hinter sich und es wurde immer stiller. Er hörte den Wind in den Blättern rascheln und genoss die Frische Luft.

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Lange war er unterwegs und ging einfach immer gerade aus. Die Sonne ging allmählich unter und verfärbte den Himmel in ein wunderschönen Ton.

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Aber er blieb nicht stehen sondern ging einfach weiter, bis er etwas in der Ferne entdeckte. Neugierig ging er darauf zu.

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Ein alter Steinbruch, durchzog ihn die Erkenntnis. Genau das was wir brauchen. Stein! Das muss ich Frank erzählen.

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Unverzüglich machte er kehrt und lief so schnell ihn seine Beine trugen.

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Stephan traf erschöpft und außer Atem bei der Gruppe ein. Die Anderen hatten schon die Feuer entzündet und saßen gemütlich zusammen.

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Zielstrebig ging Stephan auf Frank zu und erzählte ihm aufgeregt von seiner Entdeckung.

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Breit grinste Frank ob der tollen Neuigkeit. „Das hast du gut gemacht, mein Junge“ Stolz klopfte er Stephan auf den Rücken. Stephan glühte freudig über das ganze Gesicht. „Morgen früh führst du uns Männer zu deinem Pfund. Dann können wir noch vor dem kommenden Herbst mit dem ersten Haus anfangen.“

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Snape hatte alles mit angehört und machte sich seine eigenen Gedanken dazu. Heute übernahm er die Aufgabe, über den Schlaf, der Anderen zu wachen.

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