1. Kapitel – Aller Anfang ist schwer

Es war schon später Nachmittag als die Gruppe das Nötigste aus den Planwagen herausgeholt hatte. Die Frauen, eifrig wie sie waren, hatten schon fleißig Pläne geschmiedet. Emma sollte mit den Kindern im Schlepptau runter zum Fluss gehen und versuchen ein paar Fische fürs Abendessen zu fangen. Die Frauen würden nach Früchten und Beeren suchen und die Männer hatten gefälligst für Holz zu sorgen.

Larisse sah fragend zu Gina hin. „Müssen wir die Kleinen mitnehmen?“, fragte sie die Erwachsenen. „Aber nein“, sagte Constance. „Gina und Benjamin kommen bei uns Frauen mit. Es wäre viel zu gefährlich für die Beiden am Fluss.“

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„Boah, ihr seit so peinlich!“, meckerte Emma ihre Eltern an. Frank und Cordelia stritten sich darüber ob es angebracht war im Fluss zu baden oder nicht. Frank war natürlich der Meinung, dass sich dies nicht gehörte doch Cordelia schob den Einwand ein, dass die Leute sich ja irgendwo waschen müssten. So ganz Unrecht hatte sie ja nicht.

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Frank hatte genug von dem Gemecker seiner Frau und schnappte sich die Männer. „Kommt, Jungs. Lasst uns für ausreichend Holz sorgen.“ Brian und Snape nickten einstimmig und machten sich gemeinsam mit Frank auf.

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Nur Stephan zierte sich noch. „Ist das euer Ernst?“, rief er den Männern hinter her. Es war doch viel zu heiß! Er stieß einen genervten Seufzer aus und lief den Männern langsam hinter her.

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Während die Männer auf dem Weg zum nächstgelegenen Wald waren, hatten die Frauen einen kleinen Garten gefunden. „Was für ein Glück!“, rief Jennifer freudig aus. Eifrig setzten sie die Kleinen ab und machten sich schnatternd an die Arbeit.

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Emma und Larisse waren schon am Fluss eingetroffen und sahen überrascht, dass dort ein Junge stand und seelenruhig vor sich hin angelte. „Hey, wo kommst du denn her?“, fragte Larisse ohne jede Scheu. Erschrocken ließ der Junge seine Angel fallen und sah mit großen Augen zu den Beiden Mädchen. „Ich … ich, lebe hier.“, stotterte der Junge.

„Etwa ganz alleine?“, fragte Larisse mit großen Augen. „Ja, warum?“, fragte der Junge scheu. Die Mädchen sahen sich verwundert an. „Das geht doch nicht!“, sagte Emma. „Du kommst nachher mit zu uns!“, sagte sie entschlossen. Nachdem das geklärt war, packten die Mädchen ihre Angeln aus.

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„Weißt du wie das geht?“, fragte der Junge Larisse skeptisch. „Ich schaff das schon!“, erwiderte sie harsch und starrte verschreckt ihre Angel an. „Ok, wenn du meinst.“

„Wie heißt du eigentlich?“, fragte Emma den Jungen. „John, mein Name ist John Leinnart.“

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Die Männer hatten endlich den Wald erreicht und Frank grinste über beide Ohren, bei dem wundervollen Anblick.

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„Schnappt euch eure Axt!“, brüllte Frank den Jungs zu. Snape und Brian gingen jeder zu einem Baum. Auch Stephan suchte sich einen aus.

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Frank fühlte sich voller Energie und holte kräftig aus.

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Die Anderen taten es ihm nach, nur Stephan stand noch untätig vor seinem Baum.

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Unschlüssig betrachtete Stephan den Baum. Warum war ich nochmal hier? Fragte er sich genervt.

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Er dachte an den letzten Streit mit seinen Eltern zurück und da viel ihm der Grund wieder ein! Wütend schnappte er sich seine Axt und holte kräftig aus.

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Und so fielen die Bäume. Einer nach dem Anderen.

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Auch die Frauen waren fleißig am arbeiten.

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Und Gina und Benjamin sahen den Frauen dabei zu. Doch was war nur mit der Oma los? Neugierig beobachteten die Kleinen die alte Dame.

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Cordelia stand still und war vertieft in ihren Gedanken.

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Ein paar Sekunden später schluchzte sie gequält auf.

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Constance drehte sich verwundert zu ihrer Schwiegermutter um. „Wie sollen wir das bloß alles schaffen?“, hörte sie Cordelia zweifelnd rufen. Constance nahm noch schnell die letzten Früchte von der Pflanze ab und begab sich zu Cordelia. Beim Vorbeigehen warf sie noch einen prüfenden Blick zu den Kindern hin.

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„Mutter, was machst du dir nur für Gedanken. Sei nicht traurig, wir packen das schon!“, versuchte Constance ihre Schwiegermutter zu beruhigen. „Bist du dir sicher?“, fragte Cordelia schniefend.

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„Aber natürlich! Das Wichtigste ist, dass wir alle zusammen sind! Gemeinsam schaffen wir alles!“ Sagte Constance voller Überzeugung.

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Am Fluss hörte man Larisse rumjammern. „Zuhause musste ich sowas niemals machen!“, beschwerte sie sich bei John. „Hör auf zu Jammern, Larisse!“, rief Emma streng. „Das ist jetzt unser neues Zuhause, also gewöhn dich dran!“ Zurechtgestutzt verzog Larisse ihre Schnute.

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Die nötigen Bäume waren gefällt, sogar Stephan hatte seinen geschafft!

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Selbstbewusst sammelte er das Holz auf, was er eigenhändig gefällt hatte.

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Frank hatte seine Arbeit schon längst erledigt und pflückte die roten saftigen Äpfel von Baum.

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Als die Männer endlich fertig waren warteten die Frauen schon ungeduldig auf ihre Männer. „Guck mal Gina.“ sagte Jennifer auffordernd zu ihrer Tochter. „Da kommt der Papa.“ Die Kleine sah auf.

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Brian entzündete sofort das Feuer, damit alle etwas essen konnten.

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Constance brachte ihren Jüngsten zu Bett. „Sei ein braver Junge und schlaf.“ Sie gab ihn noch einen Gutenachtkuss.

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Merkwürdige Geräusche machten sich bemerkbar und das Geheule von Wölfen wurde laut. Frank und Cordelia sahen fragend zu den Kindern.

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Unruhig und besorgt standen sie da und starrten in die aufkommende Dunkelheit.

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„Kommt ans Feuer! Es wird schon nichts passieren!“, versuchte Frank die Anderen zu beruhigen. „Oh, wo kommst du denn her?“ Cordelia sah verwundert zu den Jungen, auch die Anderen schienen ihn jetzt erst zu bemerken. John lächelte sie schüchtern an und Larisse räusperte sich. „Das ist John! Wir haben ihn am Fluss gefunden.“ Erklärte sie.

„Aha.“, brummte Frank. Emma sprang ein. „Er ist ganz alleine. Das geht doch nicht.“, erklärte sie. „Da hast du recht.“, stimmte Frank mit ein. Er freute sich dass die Kindern ein so gutes Herz hatten. Cordelia stupste ihren Mann an. Sie warfen sich einvernehmliche Blicke zu. Frank räusperte sich und beugte sich zu John hin. „Dann sei Willkommen in unsere Gruppe John.“

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Stephan, Constance und Jennifer saßen zu dritt an einem kleinen Feuer. Jeder schwieg und hing seinen Gedanken nach. Die Gruppe verdrückte ihr schwerverdientes Essen, danach legte sich einer nach dem Anderen zu Bett.

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Nach eine Weile vernahm man vermehrtes Schnarchen. Stephan übernahm die erste Wache und starrte Gedankenverloren in das knisternde Feuer.

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